Frühling in Paris

Dieses Mal fotografieren wir keine Hochzeit zusammen, dieses Mal reise ich zusammen mit Christiane für ein paar Tage nach Paris, natürlich auch zum fotografieren. Unser kleines Hotel mit dem kleinen Zimmer ist einfach, aber gemütlich und schön französisch und es liegt in einer typischen Straße mit lauter französischen Balkonen. Zum Gare du Nord sind es mal gerade 700 Meter, zum Montmartre und Sacré Coeur etwas mehr als 1 km, zur nächsten Metrostation nur wenige Meter. Hin kommen wir sehr bequem mit dem Thalys und stehen gleich nach der Ankunft im Trubel der Stadt. Im Verlauf der Tage haken wir dann alle Sehenwürdigkeiten ab. Gleich am ersten Tag Pont Neuf mit einem Spaziergang zur Notre-Dame. Es ist Nebensaison, die trotzdem lange Schlange vor dem Eingng schreckt uns von einer Besichtigung der Kirche ab. Wir lassen uns lieber durch die kleinen benachbarten Straßen treiben. Zum Abend dann der faszinierende Ausblick auf die Stadt, auf dem Hügel von Montmatre liegt uns das unendliche graue Häusermeer zu Füßen. In der blauen Stunde zeigt sich die weiße Kirche Sacré Coeur in ihrer vollen Schönheit. 

Wenn man Ruhe und Einsmkeit sucht, ist Paris nicht ganz der richtige Ort. Auch jetzt Ende März und außerhalb der Ferienzeit wimmelt es an den touristischen Anziehungspunkten nur so von selfiesüchtigen Besuchern. Verkäufer sorgen dafür, dass jeder mit einer Selfiestange und einem Eiffelturm en minature versorgt wird, zumindest jeder, der sich nicht massiv gegen einen Kauf wehrt. Das ist die nicht ganz so schöne Seite. Die schöne Seite ist das entspannte Leben, dass die Pariser und ihre Gäste zu haben scheinen. Wenn sie nicht gerade in einem unendlichen Verkehrsstau stehen, sitzen sie paarweise oder in kleinen Gruppen an der Seine und lassen die Füße über die Kaimauer baumeln.  Oder man sieht sie in einem der vielen kleinen Cafés am Straßenrand, egal wie laut der Verkehr ist, der um sie herum tobt. Paris ist die Stadt der Liebe, und wirklich habe ich das Gefühl, hier viel mehr Liebespaare zu sehen als zum Beispiel in Berlin. 


Der Eiffelturm ist ja nicht gerade schön, mit seiner Höhe von über 300 Meter aber sehr imposant. Wir haben Glück, es gibt keine Schlangen an den Sicherheitskontrollen und der Kasse und so sind wir schnell auf der Weg nach oben. Schon vom glasverkleideten Fahrstuhl aus, der immer weiter in den Himmel fährt, hat man einen faszinierenden Blick. Von der obersten Plattform in 324 m Höhe ist er dann überwältigend, noch besser als von Montmartre aus, bis zum Horizont Häuser, unterbrochen von kleinen Grünzügen und Parks. Auch jetzt überwiegt helles Grau, das macht diesen Anblick so ganz anders als zum Beispiel in Berlin. 

Weiterhin haben wir am zweiten Tag von unserem Sightseeing-Plan die Tuilerien, den Place de la Concorde, den Arc de Triomphe (auf die Schnelle aus dem Bus) und den Champs-Élysées gesehen, für die blaue Stunde haben wir uns dann Notre-Dame und das Quartier Latin ausgesucht. 

Die Galerie Lafayette ist mit dem von Galeriebalkonen umrundeten Atrium kein gewöhnliches Kaufhaus und ein Touristenmagnet. Vor dem Bereich Louis Vuitton steht eine lange Schlange von Touristen aus dem asiatischen Raum, die geduldig warten, bis sie eine Tasche aussuchen können. Uns zieht es auf die Terrasse, wieder mal über den Dächern, direkt neben der Oper.Mit der Metro kommt man schnell und bequem weiter, nur das Umsteigen kann manchmal langwierig sein, mit weiten unterirdischen Wegen zwischen den Bahnlinien. Die schönste Metrostation haben wir auf dem Weg zur Galerie Lafayette gesehen. Der Louvre ist riesig, uns reicht ein Blick hinein durch die großen Glaswände und eine kleine Pause im Innenhof. Vom Pont Neuf aus machen wir eine Rundfahrt auf der Seine, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten kann man auch von hier aus noch einmal sehen. In der wunderbar warmen Frühlingssonne bummeln wir am Seine-Ufer entlang, auf einer Länge von mehr als 4 km ist es zu einem Park am Wasser umgebaut, mit Ruhezonen, Rasenflächen, Kletterflächen und Spielplätzen und einer breiten Promenade mit Platz für Fußgänger und Radfahrer. Billig ist Paris nicht, 10 € kostet der Aperol Spritz auf einem Seine-Schiff am Ufer. Der Canal Saint-Martin ist das etwas unbekanntere Paris, wie wir von unseren Tischnachbarn im Restaurant erfahren ist hier in der Nähe der Metrostation Stalingrad das Ufer erst vor ein paar Jahren ebenfalls auf beiden Seiten zu einem Park umgebaut worden. Hier finden wir dann auch ein Lokal mit Plätzen am Wasser für unser Abendessen. 

Auch am letzten Abend nutzen wir die blaue Stunde für Fotos. Nachdem wir uns beim Aussteigen aus der Metro erstmal im Caroussel Louvre im unterirdischen, zu dieser Zeit unbelebten Einkaufszentrum verirrt haben, kommen wir gerade rechtzeitig am Louvre ins gerade noch vorhandene Tageslicht. Wir warten das passende Licht ab, machen ein paar Fotos und lassen uns dann von einer Fahrradrikscha zum Place de la Concorde bringen. Hier können wir das gerade noch vorhandene Tageslicht für ein paar Fotos vom Eiffelturm nutzen. Und wieder zieht es uns ganz nach oben, wir machen noch eine Fahrt mit dem Riesenrad mit einem schönen Blick auf den jetzt beleuchteten Verkehr auf der Champs-Élysées und dem Arc de Triumphe im Hintergrund. 

Am letzten Morgen beschließen wir unseren Urlaub noch einmal mit einem kurzen Spaziergang zum Montmartre und verabschieden uns von Paris mit einem letzten Blick über die Stadt, von der wir nur ein bisschen kennengelernt haben. Eine faszinierende Stadt, die uns in den wenigen Tagen in ihren Bann gezogen hat.